Im August 1977 haben wir offiziell „JA“ zu einander gesagt und 17 Jahre später dann auch kirchlich geheiratet und uns das Sakrament der Ehe in der Pfarrkirche zum Hl. Franziskus in Breitenfeld gespendet. Manche werden vielleicht fragen, warum wir nicht gleich kirchlich geheiratet haben? Weil ich, Helmuth, noch nicht soweit war. Die Verletzungen meiner Kindheit und Jugend mussten erst heilen.

Helmuth:
Vor nunmehr 41 Jahren kam ich eines Nachmittags nach Hause und da war sie. Das bezauberndste Mädchen, das ich bis dahin getroffen hatte. Ich fühlte mich zu ihr hingezogen, fasziniert und war nicht nur von ihrer weiblichen Ausstrahlung, sondern von ihrem ganzen Wesen gefangen. Der Weg der damals begann, ist das herausforderndste Abenteuer meines Lebens geworden. Der Weg war selten gerade, nie nur flach, er war wie ein Pfad durch Hügel und Wälder, manchmal steil und steinig, manchmal sanft wie am Ufer eines klaren Baches, mit Kurven und Gabelungen.  Schattig, sonnig, voller Regen und Wind, mit Schnee und Eis – wie das Leben in Fülle, mit allen Facetten. Und wenn ich manchmal den Weg nicht sehen konnte, war es Monika, die mich an der Hand nahm und gemeinsam fanden wir unseren Weg.

Ich habe nachgedacht, ob es irgendwann eine Abzweigung gegeben hätte, die besser gewesen wäre? Manche hätten uns den Weg vielleicht leichter gemacht, aber ich möchte keinen Meter, keinen Augenblick, keine Erfahrung, auch die nicht so angenehmen, missen. Sie haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Meine Familie, Monika und unsere Kinder, hat für mich immer an erster Stelle gestanden und ich danke ihnen dafür, dass sie mich so genommen haben wie ich bin.

Monika:
Wusste ich, mit meinem damals gerade 18 Jahren, auf welches Abenteuer ich mich mit meinem JA zu Helmuth begeben würde? Nein, ich hatte keine Ahnung, aber ich war sehr verliebt und ich wusste, bei Helmuth bin ich zu Hause. Ich wusste damals nicht, in welche Richtung wir uns entwickeln würden. Wir waren uns aber sicher, dass wir es gemeinsam schaffen würden.

Unsere Kinder waren etwas ganz Besonderes in unserem Leben. Sie waren und sind unser Mittelpunkt. Sie haben uns gefordert, aber es war wunderschön, sie bei der Entdeckung des Lebens zu begleiten. Oft haben sie mir durch ihre Fragen geholfen, mich und mein Tun zu hinterfragen. Ich habe durch sie sehr viel gelernt.

Nach 40 Jahren fühle ich eine tiefe Verbundenheit mit Helmuth, aber immer wieder Neugierde. Ich bin überrascht, dass es noch immer etwas gibt, was ich bei Helmuth neu entdecken darf.

So wie ich mich an einer bunten Blumenwiese freue, so kann ich mich an der Unterschiedlichkeit von Helmuth freuen und es als Bereicherung und Ergänzung meines Lebens annehmen. Ihn so anzunehmen wie er ist und nicht wie ich es gerne hätte, fällt mir nicht immer leicht. Lieben ist eine Entscheidung und ich entscheide mich jeden Tag neu für meine Liebe zu Helmuth. Das war für mich eine wichtige Erfahrung unseres ersten Wochenendes von ME.

Und: Es gibt für mich noch viele Träume, die ich mit Helmuth träumen und verwirklichen will.

Helmuth:
Wir führten sicher keine schlechte Beziehung, hatten uns im Alltag arrangiert und freuten uns an uns und unseren Kindern. Als wir ME kennenlernten veränderte es zwar nicht alles, aber einiges.

Gefühle haben, zu ihnen stehen, sie zeigen zu dürfen und sogar mit Monika darüber zu reden, das lernte ich bei ME. Nicht gleich von einem WE, aber so nach und nach und durch die vielen Paare, die uns begleiteten.

Monika & Helmuth