Was ich an Maria ganz konkret schwer annehmen kann ist, wenn sie z.B. beim Kartenspielen ewig lange überlegt, was sie ausspielen soll. Da fängt es in mir innerlich zu brodeln an.
Vielleicht unbewusst in der Hoffnung, dass ich ein bisschen bemitleidet werde, habe ich davon einem Freund erzählt. Seine Antwort war für mich völlig unerwartet. Liebevoll, aber bestimmt hat er zu mir gesagt: „Eigenschaften die du an Maria schwer annehmen kannst, haben in erster Linie mit dir selber zu tun und sagen mehr über dich aus, als über Maria“.

Das hat mir ziemlich zu denken gegeben und ich habe erkannt, dass ich in Wirklichkeit Maria um ihre innere Ruhe beneide, die sie nicht nur beim Kartenspielen, sondern auch bei ihrer täglichen Arbeit hat. Sie nimmt sich die Zeit, die sie wirklich braucht. Sie leistet bestimmt nicht weniger als ich, fühlt sich aber bei weitem nicht so getrieben und ungeduldig.

Somit ärgere ich mich in Wirklichkeit über mich selber und nicht über Maria. Seit mir das bewusst ist, kann ich besser mit der Gemächlichkeit von Maria umgehen.

Gerhard (und Maria)