Karin:
Ich habe kürz­lich ein Weih­nachts­ge­schenk bestellt, das mit der Post gelie­fert wer­den soll­te. Um die Ankunft des Paket-Diens­tes nicht zu ver­pas­sen, habe ich mich bemüht, in die­sen Tagen mög­lichst viel zu Hau­se zu sein.
Das ist mir wie­der ein­ge­fal­len, als mich bei der Advent-Besin­nung von ME die Fra­ge sehr berührt hat: “Wohin kommt Gott, wenn er zu mir kommt?”
Für mich war klar — wenn er zu mir kommt, dann kommt er in mein Herz. Klar war mir auch, dass für mich die­se Ankunft unver­gleich­lich wich­ti­ger und groß­ar­ti­ger ist als der Paket-Dienst.
Doch dann ist mir erschre­ckend bewusst gewor­den, dass ich bei die­ser Ankunft mög­li­cher­wei­se gar nicht zu Hau­se sein könn­te. Das heißt, dass ich sehr oft wäh­rend des Tages mit Din­gen oder Gedan­ken beschäf­tigt bin, anstatt wach und prä­sent in mir sel­ber zu leben.
Doch wenn ich nicht zu Hau­se bin, wohin kann Gott dann kom­men, wenn er zu mir will?

Lois:
Das gan­ze letz­te Wochen­en­de lang hat mich ein schwie­ri­ges Pro­blem in der Arbeit gedank­lich beschäf­tigt. Ich habe die Situa­ti­on immer wie­der im Kopf durch­ge­spielt und nach einer Lösung gesucht.
Ich habe zwar mit Karin dar­über gespro­chen, aber es ist mir nicht in den Sinn gekom­men, in die­ser Situa­ti­on mit Gott zu “rech­nen”. Bei der Advent­be­sin­nung ist mir das schlag­ar­tig bewusst gewor­den. Ich war beschämt und dank­bar zugleich und habe mich ver­trau­ens­voll an Gott gewandt. Dadurch habe ich schließ­lich Ruhe und Zuver­sicht gefun­den. Es war gut für mich, mei­ne inne­re Tür für die Gegen­wart Got­tes auf­ge­macht zu haben.

Den Rest des Advents möch­ten wir jetzt noch gemein­sam nut­zen, um so viel als mög­lich bewusst in uns sel­ber zu Hau­se zu sein und die Tür für Gott zu öff­nen. Das ver­än­dert auch unser Dasein für­ein­an­der und miteinander.

Karin und Lois