Meine Freunde sagten seit Jahren zu mir, ich solle mich ändern.
Meine Frau nickte dazu.
Jeder sagte mir immer wieder, ich solle mich ändern.
Ich pflichtete ihnen bei und ich wollte mich ändern,
aber ich brachte es nicht fertig, so sehr ich mich auch bemühte.

 

Dann sagte eines Tages meine Frau zu mir:
„Ändere dich nicht! Bleib, wie du bist. Es ist wirklich nicht wichtig, ob du dich änderst oder nicht.
Ich liebe dich so, wie du bist. So ist es nun einmal.“

Diese Worte klangen wie Musik in meinen Ohren:
„Ändere dich nicht, ändere dich nicht … ich liebe dich.“

Und ich entspannte mich und ich wurde lebendig und
Wunder über Wunder, ich änderte mich!

Jetzt weiß ich, dass ich mich nicht wirklich ändern konnte,
bis ich jemanden fand, der mich liebte, ob ich mich nun änderte oder nicht.
Ich danke dir, dass du es mit mir wagst.

nach Anthony de Mello

 

Was Anthony de Mello in seinem Gedicht beschreibt, kann tatsächlich Wunder bewirken.
„Ich liebe dich, so wie du bist“. Wenn ich das meinem Partner/meiner Partnerin ganz ernsthaft zusage, dann bewirkt das – im Gegensatz zu gut gemeinten Ratschlägen – Nähe und Verbundenheit, ja sogar Heilung!

Zugegeben, das ist schwierig und es klingt paradox. Aber in Wirklichkeit gibt es nur diese eine Chance, um den Partner bei seinem persönlichen Wachstum zu unterstützen.

 

Wir laden Sie ein, Ihre Gedanken zu überprüfen:

  • Kann ich es im Gespräch mit Freunden stehen lassen, was mein Partner/meine Partnerin erzählt, oder muss ich ihn/sie ständig verbessern?
  • Kann ich mich bei gemeinsamen Arbeiten auch einmal auf die Herangehensweise meines Partners/meiner Partnerin einlassen (z.B. im Garten oder in der Küche)?
  • Sehe ich an der Art, wie mein Mann/meine Frau die Kinder erzieht, auch gute Seiten, selbst wenn ich es anders machen würde?
  • Kann ich die Art, wie mein Mann/meine Frau Auto fährt, auf dem Beifahrersitz einfach einmal unkommentiert lassen?
  • Wo meinen Sie, Ihrem Partner/Ihrer Partnerin überlegen zu sein? Könnte es sein, dass er/sie sich durch Ihr Verhalten schwach und klein fühlt (auch wenn er/sie mit Verteidigung reagiert)?

Die ME-Redaktion