Jeder kann Zuhö­ren ler­nen, aber kaum jeman­dem ist es in die Wie­ge gelegt.

Wer gut zuhö­ren kann, ver­mit­telt sei­nem Gesprächs­part­ner, dass er ange­nom­men und geliebt ist. Es gibt jedoch vie­le Grün­de, war­um rich­ti­ges Zuhö­ren schwer ist.

Zuhö­ren ist z.B. schwie­rig, wenn ich eine ande­re Mei­nung habe, wenn eine sach­li­che Mit­tei­lung bei mir als Apell ankommt, wenn ich sofort nach einer Lösung suche, wenn ich mich in die Enge getrie­ben füh­le, wenn ich mit etwas ande­rem beschäf­tigt bin, wenn ich nicht bereit bin, mich auf den ande­ren ganz einzulassen,…

Zuhö­ren ist der Schlüs­sel zur Kommunikation!

Wer kennt sol­che Situa­tio­nen nicht?

  • SIE kommt geschafft von einem anstren­gen­den Arbeits­tag nach Hau­se und möch­te IHM erzäh­len, was sie inner­lich bewegt hat. ER bemerkt nur ihre Über­las­tung und anstatt ihr wirk­lich zuzu­hö­ren, stürzt er sich gleich in die Haushaltsarbeit.
    –> SIE ist unzu­frie­den, weil sie nur einen Zuhö­rer gebraucht hät­te. ER, weil er meint, dass es für SIE immer noch zu wenig ist, was er im Haus­halt tut.
  • SIE ist im Gespräch mit ihrem Mann, der 15-jäh­ri­ge Sohn platzt mit den Wor­ten her­ein: “Mama, weißt du schon, dass…”…SIE wen­det sich von ihrem Mann ab und hört dem Sohn zu.
    –> Ihr Mann ver­lässt trau­rig den Raum, der Abend ist gelaufen!
  • SIE erzählt ihrem Mann, dass sie Angst hat, wenn die Kin­der jeden Mor­gen die gefähr­li­che Bun­des­stra­ße über­que­ren müs­sen: ER dar­auf: “Du brauchst dir doch kei­ne Sor­gen zu machen, und außer­dem kannst du das sowie­so nicht ändern.”
    –> SIE fühlt sich mit ihren Sor­gen allei­ne gelas­sen und nicht ernst genom­men. Die Nähe zwi­schen den bei­den geht verloren.

Gutes Zuhö­ren ver­langt häu­fig eine bewuss­te Ent­schei­dung und bedeutet

  • mich dem Part­ner äußer­lich und inner­lich zuwenden
  • hin­ter die Wor­te schau­en, um der wah­ren Per­son zu begegnen
  • mich in die Schu­he des Ande­ren stel­len, etwas mit des­sen Augen betrachten
  • nicht unter­bre­chen und nicht auf mich lenken
  • Inter­es­se am Ande­ren zei­gen, nach­fra­gen wie das wirk­lich gemeint war
  • mit eige­nen Wor­ten wie­der­ho­len, was ich gehört habe, damit sich mein Gesprächs­part­ner auch sicher ist, was bei mir ange­kom­men ist

Akti­ves Zuhö­ren ler­nen beim ME-Wochen­en­de

Zuge­ge­ben, das hört sich alles nach Arbeit an, aber Sie wer­den fest­stel­len, wie leben­dig eine Bezie­hung durch akti­ves Zuhö­ren wer­den kann. Viel­leicht steckt viel mehr in ihrem Part­ner, als sie bis jetzt vermuten!
Wer akti­ves Zuhö­ren ler­nen oder wei­ter ver­tie­fen möch­te, ist beim ME-Wochen­en­de genau richtig.